Geschichte

Der Bauverein Dülken – seit 1899 immer auf der Höhe der Zeit

Der Gemeinnützige Bauverein Dülken kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Seit mehr als 115 Jahren sorgt unsere als „Spar- und Bauverein“ gegründete Genossenschaft dafür, dass Menschen in Dülken gut und preiswert wohnen können. Mehr als siebeneinhalb Jahrzehnte lang bekämpfte der Bauverein den in Dülken chronischen Wohnungsmangel. Heute konzentrieren wir uns darauf, zeitgemäße und barrierefreie Wohnungen zu bauen. Darüber hinaus modernisieren wir unsere Objekte kontinuierlich. So bleiben unsere Wohnungen attraktiv.

RÜCKBLENDE: Am 24. April 1899 gründen 77 Dülkener den Spar- und Bauverein als eingetragene Genossenschaft. Ein gemeinsames Ziel hat sie auf Initiative von Bürgermeister Caspar Voß zusammen­gebracht: In der wirtschaftlich aufstrebenden Stadt fehlen preiswerte Wohnungen für Arbeiter. Der Spar- und Bauverein will „unbe­mittelten Familien gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens erbauten oder angekauften Häusern zu billigen Preisen verschaffen”, wie es im Statut der Genossenschaft heißt.
Diese Idee spricht viele Dülkener an. Schon Ende 1899 hat der Spar- und Bauverein 85 Genossen, darunter 37 Arbeiter, die Stadt­gemeinde und die führenden Unternehmer des Ortes. Kurz zuvor hat die Gemeinschaft damit begonnen, zehn Doppelhäuser mit Gärten zu bauen. Hier ziehen im Juli 1900 die ersten Mieter in ihre Wohnungen ein. Und bereits Ende 1902 leben in Objekten der Genossenschaft 104 Familien mit 523 Personen. Bis zum Ersten Weltkrieg erhöht sich diese Zahl auf 165 Familien mit 915 Personen. Zu diesem Zeitpunkt besitzt der Spar- und Bauverein 76 Häuser.

Von Beginn an können die Mieter ihr Haus mit einer Kaufanwartschaft bewohnen und einen Teil der Räume untervermieten. Die Genossenschaft legt ein Viertel der jährlichen Miete in einem Fonds an, wo das Geld verzinst wird. Später kann der Mieter sein Haus zum ursprünglichen Bauwert erwerben. Ein glänzendes Geschäft – und eine attraktive Form der Eigentumsförderung.

Das Jahrzehnt der Krisen

Nach dem Ersten Weltkrieg herrscht in Dülken große Wohnungsnot. Der Spar- und Bauverein reagiert darauf mit dem Bau von zehn Häusern an der Waldstraße im Jahr 1919. Trotz der bald einsetzenden Inflation entstehen von 1924 bis 1930 insgesamt 70 neue Häuser mit 127 Wohnungen. Dann jedoch liegen anderthalb Jahrzehnte der Stagnation vor der Genossenschaft. Das geringe Eigenkapital als Folge der Inflation, die Wirtschaftskrise Anfang der 30-er Jahre und vor allem die nationalsozialistische Herrschaft hinterlassen ihre Spuren. Schließlich legt erneut ein Krieg jede Neubautätigkeit lahm.

Der Kampf gegen die Wohnungsnot

Das Ende des Zweiten Weltkriegs markiert für den Gemeinnützigen Bauverein, wie die Genossenschaft inzwischen heißt, eine „Stunde Null“: 17 der insgesamt 95 Häuser sind zerstört, alle anderen beschädigt. Es dauert gerade einmal fünf Jahre, bis der Bauverein alle beschädigten Objekte repariert und die zerstörten Häuser wieder aufgebaut hat.

Nach dem Krieg strömen mehrere tausend Ostvertriebene und Evakuierte nach Dülken. Allein 1950 und 1951 errichtet der Bauverein 140 neue Wohnungen. Auch danach treibt die Genossenschaft den Wohnungsbau voran. Im Durchschnitt entstehen etwa 40 Wohnungen pro Jahr. Dennoch hat Dülken im Jahr 1960 die höchste Wohnungsnot in ganz Nordrhein-Westfalen. Obwohl rund 7.000 Familien in der Stadt leben, sind nur 4.020 Wohnungen registriert.
Erst in den 70-er Jahren fährt der Bauverein seine umfangreichen Neubauprogramme wegen der hohen Zinsen zurück. 1974 feiert die Genossenschaft mit über 720 Mitgliedern ihren 75. Geburtstag. Die Bilanz bis dahin: 437 Häuser hat der Bauverein seit 1899 errichtet.

Davon besitzt er noch 185 mit 613 Wohnungen. Alle anderen gehören längst den ehemaligen Mietern. Die von Anfang an geförderte Bildung von Eigentum hat sich bestens bewährt.

Millionen für die Modernisierung

Das 75-jährige Bestehen läutet eine neue Ära in der Geschichte des Bauvereins ein. Die Genossenschaft konzentriert sich seither darauf, den Wohnwert ihrer Objekte zu steigern. Sie ändert Grundrisse, saniert Dächer, gestaltet Fassaden neu, baut Balkone an und stattet die Wohnungen mit modernen Heizungen und Badezimmern aus.

Mitte 1992 sucht die Genossenschaft einen starken Partner mit Erfahrung – und findet ihn in der Viersener Aktien-Baugesellschaft, dem Wohnungsunternehmen der Stadt Viersen. Seither leistet die VAB die Geschäftsbesorgung für den Bauverein.

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